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Geschichten zum Geschirr gesucht

Fürstliches Prunkservice und persönliches Lieblingsgeschirr zum Museumsabend

Ein prunkvolles Geschirrensemble – das originale Hochzeitsservice für Erbprinz Georg von Sachsen-Meiningen und Prinzessin Charlotte von Preußen aus dem Jahre 1850 – bietet in diesem Jahr Thema und Blickfang des Meininger Museumsabends am 13. Oktober. Die spektakuläre Neuerwerbung der Meininger Museen erinnert an diese Verbindung eines kleinen thüringischen Herzogtums mit der Großmacht Preußen und vermittelt einen Eindruck vom kunsthandwerklichen Vermögen der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin im 19. Jahrhundert. Im Programm des Museumsabends wird die Gedeckkultur früherer Epochen vorgestellt und natürlich wird das seinerzeit so luxuriös beschenkte Paar eine Rolle spielen.

 

Aber auch das Publikum der Meininger Museen sollte in den kommenden Tagen mal einen Blick in den eigenen Geschirrschrank werfen und überlegen, ob nicht eines der Teile, vielleicht ein spezielles Liebslingsgeschirrteil, mit einer besonderen Geschichte aus dem eigenen Leben verbunden ist. Gern möchten die Museen im Rahmen des Museumsabends solchen Exoten aus privaten Haushalten, die als Tischgedeck oder Tischdekoration gedient haben oder auch noch in Verwendung sind, eine Bühne bieten und diese vorübergehend in das Ausstellungsprogramm aufnehmen. Der Direktor der Meininger Museen, Winfried Wiegand, ruft daher im Vorfeld des Museumsabends dazu auf, mögliche Exponate und die damit verbundene Geschichte in den kommenden Wochen, möglichst aber bis Ende August, den Museen vorzustellen. Wer sich angesprochen fühlt, wird um Kontaktaufnahme per Telefon oder E-Mail gebeten: 03693 881034 oder a.wirth@meiningermuseen.de. Die Museen behalten sich vor, eine Auswahl für die Präsentation zu treffen.

Als Anregung dafür, welche Geschichten sich mit Geschirr verbinden können, hat Winfried Wiegand einen Teller und eine eigene Kindheitserinnerung ausgegraben:

„Das Essen und die Kindheit stehen nicht selten in einem engen Bezug. So erinnert man sich mit Freude an so manche Lieblingsspeise, verspürt aber auch noch die Abneigung oder gar den Ekel, den gewisse Gerichte auslösten. Beides wurde mir im Alter von etwa 4 bis 6 Jahren auf diesem Teller mit dem Zwergmotiv präsentiert. Immer wenn die Tellerfüllung mich fast zum Brechreiz trieb – bei Lauchgemüse war das z. B. der Fall – machte ich mir auch Sorgen um den kleinen Zwerg unter dem Fliegenpilz. Um ihn vor einem qualvollen Erstickungstod zu bewahren, war mein Erstes, sein Gesicht inclusive Bart freizuschieben, wobei die mir verhasste Speise hinter der blauen Kreislinie landete. Eine Marke auf der Rückseite des Tellers verrät, dass er in der VEB Annaburger Steingutfabrik – wahrscheinlich um 1953 – hergestellt wurde. Dieses Unternehmen wurde bereits 1874 gegründet und musste 2015 nach einem Insolvenzverfahren seinen Betrieb einstellen.“

 

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