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09. Dezember 2017 bis 18. Februar 2018

Weihnachten – wie im Bilderbuch

Sonderausstellung zu weihnachtlichen Illustrationen gestern und heute

Baumbachhaus

Auf fast 130 Jahre Firmengeschichte blickt „Hahns Laden“ in Kranichfeld zurück. Von Anfang an gehörten Weihnachtsschmuck und -geschenke zum Sortiment des Familienbetriebes. Vom 9. Dezember 2017 bis 04. Februar 2018 ist eine Auswahl weihnachtlicher Illustrationen aus der Hahnschen Sammlung in Meiningen im Baumbachhaus zu sehen.

Im Mittelpunkt der von Renate und Otto Hahn arrangierten Ausstellung standen weihnachtliche Bilderbücher aus der genannten Zeitspanne. Sie versetzten den Betrachter zurück in die Weihnachtswelt der Eltern, Groß- und Urgroßeltern. Die meisten dieser Geschenkartikel vermitteln das Gefühl einer „heilen Welt“, von Harmonie und Familienglück. Nur einige wenige Bücher zeigten auch die Not der Menschen, das Fest im Hause armer Leute oder im Krieg. Weitere historische Kleingegenstände zu weihnachtlichen Themen ergänzten die Ausstellung. Zur Eröffnung dieser kleinen Sonderausstellung im Rahmen des KunstHandwerkerMarktes am 9. Dezember um 15 Uhr wurde es mit Mitgliedern der Max-Reger-Musikschule Meiningen auch musikalisch weihnachtlich.

 

Durch die Verlängerung der Ausstellung bis 18. Februar war ein Besuch für Familien mit Kindern auch während der Winterferien möglich. Die Illustrationen, Krippenfiguren, Lebkuchenbilder und weitere Papiergegenstände mit Weihnachts- oder Märchenmotiven entführten in die Weihnachtswelt unserer Eltern, Groß- und Urgroßeltern. Die Ausstellung ist gegliedert nach Themen wie Weihnachtsmarkt, Wunschzettel, Bescherung oder Missgeschicke rund um den Christbaum. Eine eigene Vitrine war dem Märchen von Hänsel und Gretel gewidmet.

Für Kindergruppen und Schulklassen gab in der Zeit zwischen 22. Januar und 16. Februar das Programm „Wintermärchen – wie im Bilderbuch“. Dabei wurde eine kindgemäße Führung durch die Ausstellung mit einem Märchenvortrag verbunden.

 

 

Begleitveranstaltung:

 

31. Januar, Mittwoch

Die Wahrheit über Hänsel und Gretel

Lichtbildervortrag von Renate und Dr. Otto Hahn, Kranichfeld

19 Uhr, Theatermuseum; 5 / 4 €

Hänsel und Gretel ein Mörderpaar? Die Brüder Grimm als romantische Geschichtsfälscher? Was geschah wirklich im Hexenhaus? Als der Frankfurter Zeichner und Schriftsteller Hans Traxler 1963 eine Dokumentation der Recherchen von Georg Ossegg veröffentlichte, sorgte sein Buch über Deutschland hinaus für einige Aufregung. Der Aschaffenburger Studienrat und Hobbyarchäologe Ossegg hatte im Jahr zuvor auf dem Engelesberg im Spessart nicht nur das angekohlte Skelett einer etwa Dreißigjährigen, sondern auch Backgerät und Reste eines Lebkuchenrezeptes entdeckt. War er einem Raubmord auf die Spur gekommen? 18 ausländische Verlage bewarben sich um Lizenzausgaben des Enthüllungsbuches. Ein japanischer Professor bat um die Übersetzungsrechte und eine DDR-Zeitung mutmaßte, dass Ossegg einen „Kriminalfall des Frühkapitalismus“ offengelegt habe.

Ausgerüstet mit viel Beweis-, das heißt Bildmaterial, führen die Referenten Renate und Dr. Otto Hahn aus Kranichfeld zum Tatort im Spessart. Einmal vom Fieber der von Georg Ossegg angestoßenen Märchenarchäologie erfasst, sind beide derzeit auf der Suche nach dem Haus der Frau Holle in der näheren Umgebung ihres Wohnortes. Aber auch im Meininger Land hat die Märchentopografie inzwischen Einzug gehalten. Hier ist man einem gewissen Türschemann auf der Spur. War der kauzige Alte aus Ludwig Bechsteins Märchenbuch ein Sexualstrolch? Stand sein „seltsam gebautes Haus“ mit zwei Toren etwa im hiesigen Stadtwald?

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