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„Asyl für Schiller!“
Ausstellung zum 250. Geburtstag des Dichters

In einem Raum der Mittleren Galerie von Schloss Elisabethenburg zeigen die Meininger Museen eine kleine Exposition über die Beziehungen Friedrich Schillers zum Meininger Land, der Stadt und ihrem Schloss.

Als der junge Dichter 1782 das erste Mal hier auftaucht, ist er Asylsuchender: mittellos und von Verfolgung bedroht. Im reichsritterschaftlichen Bauerbach bei Meiningen findet er für acht Monate eine Bleibe. Unproduktive Wartephase oder Kräftesammlung für künftige Projekte? Das Verhältnis von Exil und Asyl, Einsamkeit und Geborgenheit, Passivität und Tätigkeit ist ein wichtiger Aspekt der Ausstellung.

Im Sommer 1783 bekommt Friedrich Schiller eine Anstellung als Theaterdichter in Mannheim. Damit ist eine erste Stufe auf seinem Weg zum späteren Klassiker und Nationalautor genommen. Doch die Kontakte zu Meiningen leben weiter. Sie knüpfen sich fortan vor allem an Christophine und Wilhelm Reinwald, Schillers Schwester und Schwager. Christophine Reinwald wird durch ihr hohes Alter – sie überlebt ihren Bruder um 42 Jahre – schließlich zur Zeitzeugin der vergangenen klassischen Epoche und Ikone des aufkommenden Schiller-Kultes. Auch diese Entwicklung will die Ausstellung deutlich machen.

 

Blick in die Ausstellung:

Die Ausstellung ist auf einen begehbaren Würfel installiert. Jede Würfelseite thematisiert einen Abschnitt von Schillers Begegnungen mit Meiningen und Bauerbach. Im Inneren des Würfels vermittelt eine Hörstation Gedanken Schillers aus jenen Tagen.

FLUCHT

 

 

EINSAMKEIT UND TÄIGKEIT

Schillers Bücher. Ob der Meininger Herzog Georg I. wohl wusste, dass Bücher aus seiner öffentlichen Bibliothek einem württembergischen Deserteur zu historischen und theaterästhetischen Studien dienten? „An Dr. Ritter in Bauerbach“ stand als Adresse auf den Buchpaketen, die der herzogliche Bibliothekar Wilhelm Reinwald aus dem Meininger Schloss durch Dienstboten in das benachbarte Dorf bringen ließ. Anfangs war Reinwald der einzige, welcher wusste, dass sich hinter dem Decknamen des Empfängers kein anderer als Friedrich Schiller verbarg. Nachweisbar ist der Einfluss der Bauerbacher Lektüre auf Schillers spätere Dramen "Don Carlos" (1787) und "Maria Stuart" (1800). So vermittelten Bücher aus dem Meininger Schloss dem Asylanten Kenntnisse über die spanische Inquisition, das Leben am spanischen Hof oder die Feindschaft zwischen den Königinnen Elisabeth von England und Maria von Schottland.

 

Andere Werke halfen dem jungen Schiller beim Erwerb eines umfassenderen Geschichtswissens. Dies kam ihm zugute, als er 1789 eine Professur an der Universität Jena erhielt. Die „Schiller-Bücher“ aus der herzoglichen Bibliothek sind heute in der Mittleren Galerie des Museums im Schloss Elisabethenburg in einem historischen Schrank zu sehen. Dieser steht im Reinwald-Raum, der mit der neuen Ausstellung „Asyl für Schiller!“ einige Räume weiter korrespondiert.

BEGEGNUNGEN UND KONTAKTE


 

VOM ASYLANTEN ZUM KLASSIKER


SCHILLERS MEININGER SCHWESTER

Aktuelle Publikation: Schillers Meininger Schwester

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