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Meiningen - Musenhof zwischen Weimar und Bayreuth

Ausstellung der Sammlung Musikgeschichte der Meininger Museen

Seit wann traten die Regenten als Freunde und Förderer von Kultur in Erscheinung? Womit sorgte das kleine Herzogtum Sachsen-Meiningen an der Wende des 19. zum 20. Jahrhunderts in ganz Europa künstlerisch für Furore? Wovon war Max Reger abhängig? Und was heißt eigentlich musikalische Interpretation? Musikgeschichte zum Anfassen, Anschauen und Hinhören für alle Generationen erlebt man in der Präsentation „Meiningen – Musenhof zwischen Weimar und Bayreuth“ in den ehemaligen Wohnräumen Herzog Georgs II. und Helene Freifrau von Heldburg. Das innerhalb von vier Jahren im südwestlichen Bereich der Oberen Galerie von Schloss Elisabethenburg realisierte Gesamtprojekt wurde maßgeblich unterstützt von der Stiftung Meininger Kliniken, der Stadt Meiningen sowie der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und der Rhön-Rennsteig-Sparkasse. Die Eröffnung fand im Rahmen des Liszt-Jahres 2011 statt.

  


Der Rundgang beginnt im Gemeinschaftlichen Wohnzimmer, jener „Schaltzentrale“ des Musenhofes, die schon um 1900 ausgestattet war mit einem Strom- und einem Telefonanschluss. Neben Bekanntem erzählt die Ausstellung auch, was bislang selten zur Sprache kam: Freifrau Helene von Heldburg wurde, auf Grund ihrer nicht standesgemäßen Heirat mit dem Herzog, zunächst sowohl von einem Teil der Familienangehörigen, der Hofbeamten als auch der Meininger Bürger ausgegrenzt. Mindestens ebenso schwer wog für sie jedoch, dass sie nach ihrer Hochzeit nicht mehr als Schauspielerin auf der Bühne auftreten durfte, wodurch sie in eine veritable Lebenskrise stürzte. Die erfolgreichen Gastspielreisen des Herzoglichen Hoftheaters betrachtete sie deshalb nicht nur mit Stolz, sondern auch mit einer gehörigen Portion Wehmut.

Dort, wo sie seit etwa 1873 über Jahrzehnte Schauspieler unterrichtete, im sogenannten Kleinen Salon, können die Besucher nun mit Hilfe einer Kamera Bilder jener Künstler entdecken, die sich in Meiningen entfalteten. An dieser Stelle blickt man von der Gegenwart in die Vergangenheit. Angefangen von Elīna Garanča, Andrea Moses, Sebastian Baumgarten und Kirill Petrenko reicht die Reihe der renommierten Künstler zurück bis hin zu Joseph Kainz, Veit Harlan und zu Hedwig Pringsheim.
 


In der Präsentation zu Max Reger werden mit „Arbeit“, „Gier“ und „Anerkennung“ die großen Themen seines kurzen Lebens vorgestellt. Zwei Notenblätter der „Mozartvariationen“ op. 132 erzählen von jenem sich so gern als „Kraftprotz“ gebärdenden Komponisten, der doch in erster Linie ein überaus fleißiger, penibler und sensibler Tonsetzer war. Vor allem jüngere Besucher können sich in ein Oldtimer-Modell setzen, um dort eine Autohupe zu bedienen, die das Thema von Regers Hiller-Variationen widergibt. Assoziationen zwischen tönenden Autohupen und heutzutage allgegenwärtigem Handy-Klingeln sind dabei durchaus erlaubt.

In dem vor kurzem mit großer Sorgfalt neu restaurierten Empfangszimmer geht es ebenfalls um ein Hauptthema in Meiningens Musikgeschichte, nämlich die von Hans von Bülow veränderte Auffassung von musikalischer Interpretation. Wollte er doch nicht nur „wiedergeben“, „aufführen“ oder „reproduzieren“ wie Generationen von Dirigenten vor ihm. Der Schüler von Wagner und Liszt wagte vielmehr gänzlich Neues, indem er sich intensiv mit dem Notentext auseinandersetzte und diesen virtuos und betont subjektiv interpretierte. Die Museumsbesucher können auf ein Dirigentenpult treten und zwischen fünf Einspielungen von Brahms‘ in Meiningen uraufgeführter Vierter Symphonie auswählen. Kinder und Jugendliche können an einer Bank Fragen an Meininger Hofkapell-Mitglieder nachgehen wie dieser: Was bedeutet es für einem Musiker, vor Publikum zu spielen? Was macht ein Dirigent überhaupt? Und wie kam der Tuba-Spieler ausgerechnet zu einem solch großen Instrument?

  

 

 

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