20. Februar, Sonntag bis Januar 2012 Präsentation des historischen Bühnenbildes „Festlicher Schlossplatz" (genannt Turnierszene) von 1876 Auftakt zur Kleist-Ehrung in Meiningen war am 19. Februar mit der Erst-Präsentation eines weiteren historischen Bühnenbildes zum „Käthchen von Heilbronn“, der sogenannten „Turnierszene“, das nach aufwendiger Restaurierung im frischen Glanz erstrahlt. Gemalt wurde es nach Entwürfen des Theaterherzogs in der Theatermalwerkstatt der Gebrüder Brückner in Coburg. Nach intensiver Probenarbeit ging das Stück erstmals beim dritten Berliner Gastspiel der „Meininger“ 1876 in Szene. Einschließlich der letzten Gastspielaufführung 1886 am Mainzer Stadttheater wurde das Stück 83 mal gespielt. Es gehörte damit zu den erfolgreichsten Klassiker-Inszenierungen des Meininger Hoftheaters. Heinrich von Kleist im Museum im Schloss Elisabethenburg >>>
Malerischer Sinn und historische Wirklichkeit
Heinrich von Kleist: Das Käthchen von Heilbronn
Am 21. November 2011 gedenken wir des 200sten Todestages Heinrich von Kleists, eines der größten Dramatikergenies im deutschsprachigen Raum. Zwar gehört Meiningen nicht zu den eigentlichen biographischen Stätten der Kleistschen Existenz, – geographisch am nächsten kam er unserer Stadt bei seinem Besuch 1803 auf dem Wielandschen Gut in Ossmannstedt bei Weimar – geht es jedoch um die Rezeption seines dichterischen Werkes, um die mustergültige Inszenierung seiner Dramen, ist Meiningen eine der ersten Adressen in Deutschland. In kurzer Folge brachte das Meininger Hoftheater unter der künstlerischen Leitung Herzog Georgs II. von Sachsen-Meiningen drei seiner Stücke heraus und präsentierte sie während der legendären Gastspielreisen dem deutschen und europäischen Publikum: 1875 „Die Hermannsschlacht“, 1876 „Das Käthchen von Heilbronn“ und schließlich 1878 „Prinz Friedrich von Homburg“. Alle drei Aufführungen setzten neue Maßstäbe im Umgang mit dem Text, bei der Interpretation einzelner Rollen, bei der Ausstattung und Regieführung, bis hin zum Einsatz von Bühneneffekten, die gelegentlich als etwas übertrieben empfunden wurden.

