Schloss Elisabethenburg, Obere Galerie Die Meininger Museen präsentieren im Sommer 2010 im Schloss Elisabethenburg eine große Ausstellung mit Werken des in Leipzig beheimateten Malers, Zeichners und Grafikers, auch Buchautor und Schriftsteller, Heinz Zander eröffnen. Die im Folgejahr seines siebzigsten Geburtstags zusammengestellte Exposition wird etwa 100 Gemälde und Zeichnungen des Künstlers aus drei Jahrzehnten umfassen. Neben etlichen prominenten Belegstücken aus früheren Schaffensphasen werden auch zahlreiche Werke des mit diesem Jahr zu Ende gehenden Dezenniums in die Meininger Museen Einzug halten, die einer breiteren Öffentlichkeit vielfach bislang noch unbekannt sind. Zanders unverkennbaren Bilderfindungen liegt der Formenreichtum und Geistesgehalt eines opulent inszenierten Welttheaters zugrunde. Ein dauerndes Sichwandeln ist eines der Hauptmerkmale seiner Kunst. Durch eine raffinierte Technik der Kreuzung und Überschneidung der Motive, durch die Schaffung synthetischer, oft grotesker bis grausiger Figuren und Szenerien, gelingt es ihm, vielerlei Geschehenszüge und Sinnschichten simultan und modellhaft zu vereinen. Dabei gleichen Zanders Bilder geradezu ausschweifenden Darbietungen aus Farben und Tönungen, fremdartigen und vertrauten Form- und Dekorationselementen, die nicht selten von höchst poetischen Erscheinungen durchsetzt sind. Vor allem der Manierismus des 16. Jahrhunderts, die Kunst des Kapriziösen, Überfeinerten oder Bizarr-Phantastischen prägte nachhaltig die bildnerische Grundauffassung und das künstlerische Selbstverständnis Zanders. Sein beinahe enzyklopädischer Wissensschatz umfasst aber noch andere Kunstepochen wie er sich auch auf diverse Leistungen der Literatur und Theaterkunst bei der Erarbeitung seiner eigenen Bildschöpfungen bezieht. Wie schon bei früheren Ausstellungen entfaltet sich auch diesmal Zanders labyrinthisches Universum in einer künstlich geschaffenen Welt – im konkreten Fall „In verschwiegener Landschaft“, die sich in der Realität wohl nur schwerlich finden lässt. Abermals steht dieses begrenzte Areal, diese zusammengesetzte und mehrschichtige Kunstwelt, für einen ganz besonderen visuellen wie geistigen Projektionsraum, der voller Symbolbedeutungen und vielfältiger Wirklichkeitsreflexe ist. Genügend Zündstoff also für eine spannende und nachhaltige Ausstellungsvisite, die sicher nicht in jedem Fall zur gänzlichen Auflösung manch rätselhafter Vorlage des Künstlers führen wird. Horst Sakulowski – Vom sichtbaren Maß 16. Mai, Sonntag, bis 31. Oktober, Sonntag
In verschwiegener Landschaft
Heinz Zander - Malerei und Zeichnung
Katalog mit allen Bildern der Ausstellung im Museumsshop
Artikelserie: Heinz Zander in Meiningen
Heinz Zander gehört der zweiten Generation der sogenannten „Leipziger Schule“ an. Seit seinem Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig in der ersten Hälfte der 1960er Jahre ist er einer Bildkunst fähig, die ihn als einen handwerklichen Virtuosen und ideenreichen Fabulierer auszeichnet und durch zahlreiche poetische, mythologische oder philosophische Reminiszenzen geradezu literarisiert erscheint. Sein umfangreiches Bild-Oeuvre, inzwischen weithin in öffentlichen und privaten Sammlungen verstreut, ist ein signifikanter Ausdruck der Beunruhigung und Verwirrung über die zunehmende Entfremdung des Individuums und die Versachlichung der Kultur. Zanders herausstechender Beitrag zu diesem Thema ist eine Kunst der krassen Gegensätze, die Märchenhaftes und Bedrohliches, Vitales und Morbides, Verführerisches und Abstoßendes fortwährend zusammen führt, um dem schönen Schein eine grausame Wahrheit, einer fiktiven Welt die Abgründe der Realität gegenüberzustellen.


Zwei Künstler aus der Leipziger Schule
Heinz Zander und Horst Sakulowski – Schüler von Bernhard Heisig, Leipzig
20 Jahre Städtische galerie ada Meiningen:
Gemälde, Zeichnungen, Druckgrafiken, Objekte, Videoarbeiten
19.6.2010 – 16.1.2011
Di – So, Feiertag: 15 – 20 Uhr
Vernissage: 19. Juni ● 16:00
www.meiningen.de

