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20. Mai bis 14. Oktober 2012

Dürer als Erzähler
Holzschnitte – Kupferstiche – Radierungen

Schloss Elisabethenburg, Obere Galerie
 

Mit einer Auswahl aus über Einhundert Blättern bot diese Sonderausstellung einen repräsentativen Überblick über das gewaltige druckgraphische Werk eines der berühmtesten Künstler zwischen Gotik und Renaissance. Gerade auf diesem Gebiet konnte Dürer seine geniale Meisterschaft weitestgehend frei von gestalterischen Konventionen und Auftragszwängen entfalten und zum Besten und Vielfältigsten führen, was jemals in diesem künstlerischen Fach hervorgebracht wurde.



 
In 11 Kapiteln widerspiegelte die Ausstellung die großen Themenkomplexe sowie die ganze inhaltliche Breite von Dürers druckgraphischen Schaffen. So wurden neben Blättern zur Apokalypse, zum Marienleben oder zur Passion Christi auch bekannte Einzeldrucke aus den Themenkreisen Altes Testament, Mythologie oder Heiligenlegenden gezeigt – vieles davon gehört schon längst zu den Ikonen der Weltkunst. Die zumeist frühen seltenen Abzüge von außergewöhnlicher Qualität kamen aus der Schweinfurter Sammlung-Otto-Schäfer, die schon große nationale und internationale Dürer-Projekte als Leihgeber unterstützte.

  

 

Der Erzähler Dürer war gleichzeitig auch ein früher „Medienpionier“. Als einer der Ersten sah er die Druckgraphik nicht nur im Dienste der Schrift, sondern etablierte sie zu einem gleichberechtigten Informationsmittel. Künstlerisch wie auch handwerklich hat er dabei beispielsweise die Technik des Holzschnitts geradezu revolutioniert. Wichtiger aber noch ist die neue Qualität seines Erzählens: Führt er biblisches oder mythologisches Geschehen vor Auge, schildert er gleichzeitig die Lebensumstände seiner von endzeitlichen Stimmungen geprägten Epoche. Seine enormen Kenntnisse von Proportion, Perspektive oder Naturwissenschaft gibt er ebenfalls mit seinen Heiligenbildern kund. Detailverliebt zeigt er sich als ein packender Realist und kraftvoller Visionär, der eine Sicht auf seine Lebensumstände entwickelte, die zeitlos erscheint und bis heute fasziniert und berührt.
 

 

Dürer war es selbst, der seine Kunst nicht als Wert an sich einschätzte. Er brach mit zahlreichen Bildtraditionen, zeigte sich vielfach als Neuerer, um breitere Kreise seiner Zeitgenossen zu erreichen. Das aber schon damals das individuelle urteilende „Sehen“ der letzte Schlüssel zum Verständnis von Dürers großer druckgraphischer Kunst war, ist eine Feststellung, die bis heute gilt.

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