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30. September 2016 bis 01. Mai 2016
Treue Israeliten – Treue Bürger
Aus der Geschichte der Juden in Meiningen

Schloss Elisabethenburg, Mittlere Galerie
Kurator: Christoph Gann, Meiningen

Vor 150 Jahren, im September 1866, gründeten die Meininger Juden eine eigene Israelitische Cultusgemeinde. Zwei Wochen später trat Georg II. an die Regierung, unter „dessen milden Schatten“ die Blütezeit für die Meininger Juden begann. Sichtbares Zeichen nach außen war die Weihe der Synagoge im Jahr 1883. In der Weihepredigt sagte Landesrabbiner Moritz Dessauer: "So werden wir fest und treu als Bürger, fest und treu als Israeliten stehen und das Haus, das wir gebaut, wird ein Gotteshaus sein für alle Zeit, das walte der ewige Vater." Der Gemeinde gehörten Persönlichkeiten wie der Schauspieler und Intendant Ludwig Chronegk an, ohne dessen Wirken es die legendären Theater-Gastspielreisen der "Meininger" nicht gegeben hätte. Warum wollte aber Herzog Georg II. ihm als Buße auferlegen, zumindest im Traum das "Haupt einer confessionslosen Gemeinde" oder Assistent des Rabbiners zu sein? Welche Spuren des jüdischen Lebens und Wirkens lassen sich noch finden? Wie war das Verhältnis von Juden und Christen in Meiningen?

Diesen und anderen Fragen soll in der Ausstellung anhand von größtenteils Originalexponaten ver-schiedener Leihgeber aus dem In- und Ausland nachgegangen werden. Erinnert wird auch an die schwerste Zeit für Juden in Meiningen unter der NS-Diktatur und die Auslöschung der israelitischen Cultusgemeinde. Gezeigt werden Dokumente der Ausgrenzung und Verfolgung und der verzweifelten Auswanderungsbemühungen. Ein Meininger, dem die Flucht nach Südafrika gelang, und der um seine aus Meiningen deportierte und ermordete Schwester trauerte, schrieb 1946 an einen christlichen Freund: „... ist es nicht beschämend, dass es in einer kleinen Stadt, wo man so viele Jahre gelebt und, wenigstens die Alten, erfolgreich gewirkt hat, dass es nur so wenige gegeben hat, die den Mut zur Anständigkeit hatten, Herz und Charakter auf dem rechten Fleck, und die daher auch etwas riskierten.“ Auch diesen Meiningern, die den Juden beistanden, wird in der Ausstellung gedacht.

 

Beleitveranstaltungen zur
Ausstellung:

01. November, Dienstag
„oder die Juden auch, wie Pharao, die Meininger es gemacht haben, zum Lande hinausjagen“

Ein geschichtlicher Rückblick auf die Judenfeindschaft in Meiningen, Vortrag von Christoph Gann, Meiningen, 19.00, Baumbachhaus; Eintritt frei, Platzreservierung 03693 502848

„In keinem der kleineren Staaten Deutschlands war die fast fa-natische Abneigung der Einwohnerschaft gegen die Juden so ab-stoßend und empörend, so aller Humanität und Civilisation zuwi-der als in der Hauptstadt dieses Ländchens, in Meiningen“, hieß es 1842 in einer Leipziger Monatsschrift. Im Vortrag wird der Frage nachgegangen, ob dies stimmt.

09. November, Mittwoch
„so wenige, die Herz und Charakter auf dem rechten Fleck hatten“

Von Menschen in Meiningen, die den verfolgten Juden beistanden
Soiree mit Christoph Gann, Meiningen, und Ludwig Hauschild, Hollenstedt
19.00, Schloss Elisabethenburg, Museumscafé; € 3,- / 2,-

Käthe Hauschild nahm sich in Meiningen der verfolgten jüdischen Familie Frühauf an. Dafür wurde sie von der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem als „Gerechte unter den Völkern“ geehrt. Der Meininger Buchrevisor Franz Heurich unterstützte seine jüdischen Bekannten und Freunde auch noch, als diese in das sogenannte „Ghettohaus“ ziehen mussten. Die Veranstal-tung im Rahmen der Sonderausstellung zum 150. Jahrestag der Israelitischen Cultusgemeinde Meiningen erinnert an Menschen, die in finsterer Zeit Menschlichkeit zeigten. Ludwig Hauschild, der in Meiningen aufgewachsen ist, bringt persönliche Erinnerungen an seine 1992 verstorbene Mutter ein.

24. November; 03., 04. und 08. Dezember
Führung durch die Ausstellung mit Christoph Gann

15.00 Schloss Elisabethenburg, Mittlere Galerie, Treff Museumsshop, Teilnahme mit Tageskarte bzw. Eintritt im Rahmen des Kunsthandwerkermarktes

Im September 1866 gründeten die Meininger Juden eine eigene Israelitische Cultusgemeinde. Ein sichtbares Zeichen nach außen war die Weihe der Synagoge im Jahr 1883. Fünfzig Jahre später begann unter den Nationalsozialisten die Auslöschung dieser Gemeinde. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Originalexponate verschiedener Leihgeber, die vom Leben und Wirken der Juden in Meiningen Zeugnis geben. Erinnert wird zudem an Menschen, die den Juden beistanden.

Kontakt:
Kulturstiftung Meiningen-Eisenach
Meininger Museen
Schlossplatz 1
98617 Meiningen

Tel: 03693 - 50 36 41
kontakt@meiningermuseen.de

Postanschrift:
PSF 100554
98605 Meiningen

 
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