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Februar 2010

03. Februar, Mittwoch
Lichtmess-Vortrag

Die Pflanzen der Frau Holle und Frau Holle in der Kunst
Referenten Dr. Claudia Müller-Ebeling und Dr. Christian Rätsch, beide Hamburg
19.00, Schloss Elisabethenburg, Museumscafé
€ 5,- / 4,-

Diese Vortragsreihe soll in loser Folge zu Lichtmess mythische Themen aufgreifen, welche Interessen vieler unserer Zeitgenossen berühren und einen historischen Bezug herstellen. Zwei Themen zum Auftakt: Claudia Müller-Ebeling aus Hamburg wird auf die lange Tradition der Holle-Darstellungen in der Kunst eingehen – fast immer gingen die Künstler dabei von einer spirituellen oder zumindest magischen Dimension aus. Der bekannte Ethnobotaniker Christian Rätsch wird sich allgemeinverständlich mit Pflanzen, die der Frau Holle zugeordnet werden, auseinandersetzen.

           

 

21. Februar, Sonntag, bis Januar 2011
„Zauberwald“ aus William Shakespeare „Ein Sommernachtstraum“

Präsentation des historischen Bühnenbildes
am Meininger Hoftheater von 1910
Erstpräsentation 20. Februar, Samstag
19.30, Theatermuseum; € 2,-

Der „Zauberwald“ wird 100. Am 20. Februar eröffnen die Meininger Museen ihre neue theatergeschichtliche Ausstellung „Sommernachtstraum im Zauberwald“ im Theatermuseum „Zauberwelt der Kulisse“ und feiert damit ein weiteres Jubiläum. Auf den Tag genau 100 Jahre zuvor, am 20. Februar 1910, gab der sich öffnende Bühnenvorhang erstmals den Blick auf eine lichte, dennoch geschlossene, nach hinten ansteigende Walddekoration frei, die durch den Einsatz von transparentem Schirting im Prospekt eine Gegenlichtstimmungen ermöglichte, die den anbrechenden Morgen in einem bezaubernden Licht erstrahlen und die ganze Tiefe des Waldes plastisch hervortreten lässt.

Dieses Bühnenbild gehörte zu der Einstudierung der Komödie „Ein Sommernachtstraum“ von William Shakespeare, die als letzte große Inszenierungstat des greisen Theaterherzogs Georg II. gelten kann. Obwohl diese Inszenierung nie zum Repertoire der legendären Gastspielreisen des Meininger Hoftheaters gehörte, bildete sie doch den Schlusspunkt der Reihe großer Shakespeare-Einstudierungen, mit denen die „Meininger“ neue Maßstäbe in der Klassikerrezeption gesetzt und das europäische Publikum euphorisiert hatten. Der „Sommernachtstraum“ ist das Stück Weltdramatik, das den Theaterherzog zeit seines Lebens am meisten beschäftigte. Die Auseinandersetzung mit dem Text während seiner Studienzeit 1846 in Bonn, frühe Kostüm- und Bühnenbildentwürfe sowie die lange und intensiv verfolgte Absicht, damit das nach der Brandkatastrophe von 1908 zügig wieder errichtete Hoftheater eröffnen zu wollen, zeugen davon.

Spätestens im Februar 1909 war Georg II. entschlossen, das Stück herauszubringen. „Hoheit wollen den Sommernachtstraum selber träumen“, jubelte der neue Intendant Max Grube. Bereits im Mai lieferte der Theatermaler Max Brückner aus Coburg Skizzen für das Bühnenbild zum ersten Akt, die umgehend „genehmigt“ wurden. Zur Ausführung kamen ein technisch aufwendiges „Atrium“, bestehend aus 10 Teilen und eine vierteilige „Rüpelstube“. Weniger glücklich gestaltete sich das Finden zufrieden stellender Bühnenbildlösungen für die anderen Akte. Letztlich ist es des Theaterherzogs „Phantasielosigkeit“ gewesen, auch für den Schlussakt eine adäquate Bühnenaus-stattung kreieren zu können, die die Eröffnung des neuen Hoftheaters mit dem „Sommernachts-traum“ im Dezember 1909 verhinderte.

Da die Vorarbeiten aber sehr weit vorangeschritten waren, legte Georg II. die Premiere bis spätestens Ende Februar 1910 fest. Inzwischen war ihm dank der Hilfe seiner Gattin der Gedanke gekommen, das Geschehen des letzten Aktes in eine repräsentative Säulenhalle zu verlegen. Dieses Bühnenbild bestand aus zwölf Teilen, erstreckte sich bis auf die Hinterbühne auf einer Grund-fläche von beinahe 300 qm. Die Dekoration „Zauberwald“ ist das Prunkstück der „Sommernachtstraum“-Ausstattung. Es handelt sich um insgesamt 42 Teilen, von denen heute noch 14 erhalten sind. In unserer Präsentation zeigen wir davon 9. Neben den Ausstellungsstücken zur Inszenierung von 1910 – Figurinen, Fotos, Autographe, Theaterzettel – präsentieren wir auch szenografisches Material aus der Einstudierung von 1996. Beide Inszenierungen eint die Verwendung des gleichen „Zauberwald“ - Bühnenbildes. Selbstverständlich wird es auch wieder ein stimmungsvolles Szenenlichtprogramm zur Musik von Felix Mendelssohn-Bartholdy geben.

Als besonderes Highlight der Eröffnungsveranstaltung bieten wir unserem Publikum einen Theaterabend mit der Schauspielerin und Sängerin Cora Chilcott, die unter dem Titel „Nachtheller Tag, du bist mein Traumgesicht“ Sonette und Dramenauszüge von William Shakespeare sowie Songs von John Dowland, einem von Shakespeare hoch geschätzten Komponisten des elisabethanischen Zeitalters, vortragen wird. Damit entsteht ein Spektrum der ewigen Themen Liebe, Schönheit, Macht und Tod.

Während des Aufbaus der neuen Präsentation vom 25. Januar bis 20. Februar 2010, abends, ist das Theatermuseum geschlossen.



           

 

24., 25. Februar, Mittwoch, Donnerstag
„... zu Gast im Schloss - Der besondere Vortrag“
Frau Holle in historischen Quellen

Referent Prof. Wolfgang Schild, Universität Bielefeld
19.30 (Mi) bzw. 10.00 (Do)
Schloss Elisabethenburg, Schlosskirche
€ 5,- / 4,- / Schüler 1,-

Prof. Wolfgang Schild, eigentlich Professor für Strafrecht, Rechtsgeschichte und –philosophie an der Universität Bielefeld, stieß über das Quellenstudium zu Hexenverfolgungen auch auf Frau Holle, die seit dem Hochmittelalter immer wieder, aber recht einseitig und meist negativ, in alten Schriften erwähnt wird.

           

 

28. Februar, Sonntag
Lieder im Schloss II - Kerner-Liederkreis

Anlässlich Robert Schumanns 200. Geburtsjahres
Erwin Belakowitsch, Wien / Meiningen (Bariton)
am Blüthner-Flügel Thomas Hannig, Dortmund
16.00, Schloss Elisabethenburg, Schlosskirche
€ 9,- (Kartenservice Buchhandlung Lohmann 03693 84070)

Neben dem bekannten op. 35 von Robert Schumann (1810-1856) erklingen bei Belakowitschs zweitem Konzert „Heimliche Aufforderung“, „Allerseelen“, „Zueignung“, „Die Nacht“ und andere ausgewählte Lieder von Richard Strauss (1864-1949). (Veranstalter E. Belakowitsch, weiteres Konzert 28. März)

         


Kontakt:
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