Sammlungen zur Kunstgeschichte
Bedeutung
Die Sammlung der bildenden Kunst und des Kunsthandwerks gehört zu den bedeutendsten in Thüringen. Einige Sammlungsgruppen sind bis heute sinnfälliger Ausdruck vom Schöngeist, aber auch vom Reputationsstreben am Meininger Hof, sprechen also auch für eine Kulturlandschaft, die mit einer Vielzahl ganz ähnlicher Residenzen eine besondere geschichtliche Tradition vorzuweisen hat.
Gemälde, Plastiken und Grafiken, mehrere Sammlungsgruppen an kunsthandwerklichen Erzeugnissen sowie Objekte mit starkem regionalgeschichtlichem Bezug bestimmen in weiten Abschnitten das Ausstellungs- und Bestandsprofil der Meininger Museen. Besonders im historischen Ambiente von Schloss Elisabethenburg werden sie entweder als reine museale Schaustücke präsentiert oder dienen zur Rekonstruktion diverser, originaler Raumsubstanz.
Wie andere Kunstbestände geht auch der Komplex an Gemälden in seinen Ursprüngen auf die Herzöge von Sachsen-Meiningen zurück. In seiner Gesamtheit nicht an den Hauptbeispielen fürstlicher Gemäldesammlungen zu messen, besticht das Vorhandene aus vorwiegend italienischer, niederländischer und deutscher Malerei des 17. bis 19. Jahrhunderts durch einige eminente Einzelstücke von internationalem Rang (F. Bol, J. de Backer, G. Houckgeest, G.A. Pelegrini, B. Strozzi, Fr. Bury u.a.). Für die Darstellung höfischen Lebens und der Residenzgeschichte Meiningens sind vor allem eine herzogliche Porträtsammlung sowie Gemälde einstiger Hofmaler von großem Wert.
Als eine weitere Hauptquelle der Kunstsammlung ist der Hennebergischen altertumsforschende Verein zu nennen, der 1832 durch Ludwig Bechstein in Meiningen gegründet wurde und in der frühen Tradition der bürgerlichen Geschichtsvereine steht. Aus der Vereinssammlung sind neben spätgotischen Plastiken thüringischer und fränkischer Provenienz, Erzeugnissen des Kunsthandwerks und zum Zunftwesen auch Folterinstrumente und viele regionalhistorische Belegstücke in den Museumsbesitz eingegangen.
Ein weiteres Themenfeld wird mit zeitgenössischer Kunst, vor allem aus der Ära der DDR angerissen. Dieser Bestand umfasst auch die so genannte „Bauergalerie des VdgB“ aus dem Ringberghotel bei Suhl, eine Spezialsammlung, die als ein besonderes Phänomen sozialistischer Kulturstrategie einzuschätzen ist.
Sammlungskomplexe

