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Februar 2010 bis Januar 2011:

„Zauberwald“ aus William Shakespeare „Ein Sommernachtstraum“
Präsentation des historischen Bühnenbildes
am Meininger Hoftheater von 1910
 

Der „Zauberwald“ wird 100. 2010 feierten die Meininger Museen mit der theatergeschichtlichen Ausstellung „Sommernachtstraum im Zauberwald“ im Theatermuseum „Zauberwelt der Kulisse“ ein besonderes Jubiläum. 100 Jahre zuvor gab der sich öffnende Bühnenvorhang erstmals den Blick auf eine lichte, dennoch geschlossene, nach hinten ansteigende Walddekoration frei, die durch den Einsatz von transparentem Schirting im Prospekt eine Gegenlichtstimmungen ermöglichte, die den anbrechenden Morgen in einem bezaubernden Licht erstrahlen und die ganze Tiefe des Waldes plastisch hervortreten lässt.

Dieses Bühnenbild gehörte zu der Einstudierung der Komödie „Ein Sommernachtstraum“ von William Shakespeare, die als letzte große Inszenierungstat des greisen Theaterherzogs Georg II. von Sachsen-Meiningen gelten kann. Obwohl diese Inszenierung nie zum Repertoire der legendären Gastspielreisen des Meininger Hoftheaters gehörte, bildete sie doch den Schlusspunkt der Reihe großer Shakespeare-Einstudierungen, mit denen die „Meininger“ neue Maßstäbe in der Klassikerrezeption gesetzt und das europäische Publikum euphorisiert hatten. Der „Sommernachtstraum“ ist das Stück Weltdramatik, das den Theaterherzog zeit seines Lebens am meisten beschäftigte. Die Auseinandersetzung mit dem Text während seiner Studienzeit 1846 in Bonn, frühe Kostüm- und Bühnenbildentwürfe sowie die lange und intensiv verfolgte Absicht, damit das nach der Brandkatastrophe von 1908 zügig wieder errichtete Hoftheater eröffnen zu wollen, zeugen davon.

   

Spätestens im Februar 1909 war Georg II. entschlossen, das Stück herauszubringen. „Hoheit wollen den Sommernachtstraum selber träumen“, jubelte der neue Intendant Max Grube. Bereits im Mai lieferte der Theatermaler Max Brückner aus Coburg Skizzen für das Bühnenbild zum ersten Akt, die umgehend „genehmigt“ wurden. Zur Ausführung kamen ein technisch aufwendiges „Atrium“, bestehend aus 10 Teilen und eine vierteilige „Rüpelstube“. Weniger glücklich gestaltete sich das Finden zufrieden stellender Bühnenbildlösungen für die anderen Akte. Letztlich ist es des Theaterherzogs „Phantasielosigkeit“ gewesen, auch für den Schlussakt eine adäquate Bühnenausstattung kreieren zu können, die die Eröffnung des neuen Hoftheaters mit dem „Sommernachtstraum“ im Dezember 1909 verhinderte.

Da die Vorarbeiten aber sehr weit vorangeschritten waren, legte Georg II. die Premiere bis spätestens Ende Februar 1910 fest. Inzwischen war ihm dank der Hilfe seiner Gattin der Gedanke gekommen, das Geschehen des letzten Aktes in eine repräsentative Säulenhalle zu verlegen. Dieses Bühnenbild bestand aus zwölf Teilen, erstreckte sich bis auf die Hinterbühne auf einer Grundfläche von beinahe 300 qm. Die Dekoration „Zauberwald“ ist das Prunkstück der „Sommernachtstraum“-Ausstattung. Es handelt sich um insgesamt 42 Teilen, von denen heute noch 14 erhalten sind. In unserer Präsentation zeigen wir davon 9. Neben den Ausstellungsstücken zur Inszenierung von 1910 – Figurinen, Fotos, Autographe, Theaterzettel – präsentieren wir auch szenografisches Material aus der Einstudierung von 1996. Beide Inszenierungen eint die Verwendung des gleichen „Zauberwald“ - Bühnenbildes. Die Präsentation im Theatermuseum bot ein stimmungsvolles Szenenlichtprogramm zur Musik von Felix Mendelssohn-Bartholdy.

Kontakt:
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Meininger Museen
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98617 Meiningen

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