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Figurine und Kostüm im Original erhalten

Eines der unverrückbaren Prinzipien Georgs II. in allen Ausstattungsfragen war das der historischen Treue, das im Laufe der Jahre verfeinert und selbst bei kleinsten Details Anwendung fand. Ein markantes Beispiel dafür sind die Figurine und das Kostüm „Kaiserlicher Herold“, die 2008 in der Präsentation „Das Käthchen von Heilbronn“ im Theatermuseum in der Reithalle zu sehen war.

Georg hat seine Figurine, die einen Rüstungsüberwurf mit kleinem Wappenschild auf der Brust eines Doppeladlers zeigt, mit der Erläuterung versehen: „Doppeladler des röm. Reich’s mit Doppelwappen von Oestreich u Burgund“. Dieses Doppelwappen ist darunter als vergrößertes Detail gezeichnet und zeigt in der linken Hälfte horizontal verlaufende rote und weiße Streifen, im rechten Teil sich abwechselnde gelbe und hellblaue, diagonal verlaufende Streifen.
 

  
 

Was hat in einem so urdeutschen Stück wie dem „Käthchen von Heilbronn“ ein burgundisches Wappen verloren? Nun, der im 5. Akt des Ritterschauspiels auftretende Herold steht in den Diensten des ebenfalls auftretenden Kaisers  Maximilian I. (1459 – 1519, seit 1508 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches), der in erster Ehe mit der Erbprinzessin Maria von Burgund verheiratet gewesen war. Nach deren frühen Tod 1482 in Folge eines Jagdunfalls, fiel u. a. das Herzogtum Burgund dem Witwer zu. Die Farben Burgunds, die Maximilian fortan in seinem Wappen trug, waren gelb und hellblau.

Solche Details hat zu seiner Zeit wohl nur der Theaterherzog bei der Ausstattung einer Theaterinszenierung berücksichtigt und das Publikum hat das auch nur von den „Meiningern“ erwartet. 2011 wird mit der "Tournierszene" ein weiteres Bühnenbild aus der Inszenierung "Das Käthchen von Heilbronn" am Meininger Hoftheater aus dem Jahre 1876 zu sehen sein.

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