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Meininger Museen

Digitale Museumsrallye, Teil 2

Wer unsere Rallye und die bisherigen Beiträge noch nicht kennt, klickt hier.

 

Weiter gehts:

 

6. Historische Stadtansicht von Meiningen   

Vor 300 Jahren war die Stadt Meiningen viel kleiner als heute. Das zeigt uns die unten abgebildete Stadtansicht, die in einem Buch aus jener Zeit zu finden ist. Das gleiche Bild ist auch auf dem Titel des Meininger Stadtlexikons zu sehen. Das steht ja vielleicht zu Hause bei euch im Bücherregal?

Die Gebäude lagen um 1700 fast alle auf der Insel, die von der Werra und den von ihr abzweigenden Wassergräben gebildet wird. Diese Wassergräben wurden zum Schutz der Stadt und zum Antrieb von Mühlen, zur Wasserversorgung und zum Fischfang genutzt. Darüber hinaus war die Stadt durch Stadtmauern geschützt. Zwischen den beiden Mauern lag noch ein Verteidigungsring, den nannte man Zwinger. Nur an zwei Türmen mit Stadttoren, dem Unteren Tor und dem Oberen Tor, konnte man die Stadt betreten oder verlassen. 

 

 

Bild: Ansicht der Stadt Meiningen um 1700 aus einem alten Buch

Die größten Gebäude auf dem Bild sind das Schloss Elisabethenburg und die Stadtkirche. Neben der Stadtkirche, die damals anders aussah als heute, ist das alte Meininger Rathaus zu sehen. Es wurde 1874 bei einem Stadtbrand zerstört. Auch das Schloss sieht auf diesem Bild etwas anders aus als heute. Es sind Türme auf dem Dach. Zwei dieser Türme hat es damals tatsächlich gegeben. Darin waren eine große Uhr und ein Glockenspiel eingebaut.

An den Hängen entlang des Werratals standen kaum Bäume. Überall waren Gärten und kleine Äcker.

 

Frage zu 6 - Historische Stadtansicht von Meiningen


Welche Straßennamen in Meiningen erinnern noch heute an die Stadtbefestigung?

 

7. Geschichten vom Theaterherzog   

Den Namen „Theaterherzog“ gaben die Menschen schon zu seinen Lebzeiten dem Meininger Herzog Georg II. Er wurde 1826 geboren, regierte das Land als Herzog ab 1866 und starb im Jahr 1914. Als Herzog hatte er ähnliche Aufgaben wie heute ein Ministerpräsident. Georg II. war dafür bekannt, dass er neben allen anderen Regierungsaufgaben die Kunst und Kultur besonders schätzte.  Auf dem Gebiet des Theaters, also der Schauspielkunst, galt er in vielen Ländern als ein anerkannter Fachmann. Das Theater in Meiningen, damals nannte man es Hoftheater, weil es zum herzoglichen Hofe gehörte, wurde von Georg II. persönlich geleitet. Er hatte viele tolle Ideen, wie man Theaterstücke besonders eindrucksvoll und wahrheitsgemäß auf der Bühne zeigen konnte. 

Wichtig war ihm dabei, dass die Kleidung der Schauspieler, also die Kostüme, und die Gestaltung der Bühne, die Kulissen, ganz genau der historischen Zeit des Theaterstücks entsprachen. Der Herzog beschäftigte sich auch intensiv mit Geschichte und Literatur. Genauso, wie die Theaterstücke geschrieben worden waren, wollte er sie auch auf der Bühne aufführen.

Weil er auch ein hervorragender Zeichner war, konnte er eine Gedanken und Anweisungen durch Skizzen und Bilder vorgeben und besonders gut erklären. Die Theateraufführungen des Meininger Hoftheaters waren äußerst erfolgreich und wurden von vielen Theaterbesuchen in Meiningen, in Deutschland und sogar in ganz Europa  bejubelt. In Verehrung dafür nannte man Herzog Georg II. den „Theaterherzog“.

Im Theatermuseum in Meiningen sind viele wertvolle Kostüme, Bühnendekorationen und Plakate aus dieser Zeit erhalten. Die Ausstellung in der ehemaligen Reithalle gegenüber dem Schloss zeigt abwechselnd jedes Jahr einige davon. Auch zahlreiche Zeichnungen und Anmerkungen, die der Herzog dafür angefertigt hat, kann man sich dort ansehen. Bilder und Informationen darüber zeigt der Kinder-Museumswürfel im Theatermuseum.

Eine Kostümzeichnung nennt man Figurine. Auf dem ersten Bild sieht man eine Zeichnung Herzog Georgs II. zur Figur „Kaiserlicher Herold“. Diese Figur kommt im Theaterstück „Das Käthchen von Heilbronn“ von Heinrich von Kleist vor.

Der Herold war im Mittelalter ein offizieller Bote eines Lehnsherrn, also seines Vorgesetzten. Heute würde man ihn als Diplomaten bezeichnen. Auf dem zweiten Bild sieht man das Kostüm des Herold, welches nach der Zeichnung des Theaterherzogs hergestellt und auf der Bühne getragen wurde.

Bild: Kinder-Museumswürfel im Theatermuseum, Seite: Die Kostüme; Entwurf Ines Ulbrich, Schmalkalden

 

Im Theatermuseum kann man noch bis Mitte Januar 2021 das Bühnenbild „Antike Säulenhalle“ zu dem Theaterstück „Ein Sommernachtstraum“ von William Shakespeare bewundern.

Unser Kinder-Museumswürfel im Theatermuseum "liefert" die Frage zum Thema:


Frage zu 7 – Geschichten vom Theaterherzog 


Welches Kostüm würdest du / würdet ihr am liebsten mal tragen?

 

8. Barocke Pracht

Schloss Elisabethenburg in Meiningen wurde vor über 300 Jahren im Stil des Barock erbaut. Die Zeit des Barock war unter anderem gekennzeichnet durch besonders auffällige Frisuren und Kleidung, aufwendige Veranstaltungen und nach vorgegebenen Muster ablaufende feierliche Handlungen, genannt Zeremoniell. Schlösser wurden entsprechend dem Zeremoniell am Fürstenhof gestaltet. Es gab zum Beispiel beeindruckende Eingangstore, einen Ehrenhof vor dem Haupteingang, ein großzügiges Treppenhaus sowie festlich dekorierte große Innenräume. 

 

 

An Schloss Elisabethenburg kann man diese Besonderheiten auch heute noch erleben. Als Beispiel zeigen wir hier das Haupttreppenhaus. Es ist in einen großen viereckigen Turm eingebaut. Diesen Turm kann man durch zwei besonders große Eingangstüren betreten. Im Inneren läuft die breite Treppe entlang der Außenwände wie eine Spirale immer rechts herum bis in die oberste Etage. Der Raum in der Mitte ist frei. Daher kann man über alle Etagen hinweg sehen. Man kann also gut sehen, wer sich im Treppenhaus aufhält, und man wird gesehen. Erklingt Musik, kann sie überall gehört werden. Über dem Treppenhaus ist ein Festsaal, der Hessensaal. Durch ein Fenster in dessen Fußboden sieht man das Treppenhaus vom Saal und den Saal vom Treppenhaus aus. Als das Schloss gebaut wurde, war über dem Saal noch ein Turm mit einer großen Uhr.

 

 

Bilder: Das barocke Treppenhaus im Schloss Elisabethenburg; Fotos: Axel Wirth, Meininger Museen


Frage zu 8 – Barocke Pracht 

Den barocken Saal über dem Treppenhaus kann man, wenn das Museum im Schloss geöffnet ist, besuchen. Was befindet sich dort?

A – die Museumsbibliothek mit barocken Prachtbänden
B – ein ganz festliches Museumscafé
C – das Schlafzimmer des Herzogs, der das Schloss vor über 300 Jahren erbauen ließ?

 

9. Meiningen-Fotos und spektakuläre Oper

Im letzten Beitrag unserer Museumsrallye möchten wir auf die beiden Sonderausstellungen aufmerksam machen, die durch die COVID-19-Pandemie vor dem geplanten Endtermin geschlossen werden mussten. Angesichts der Situation ist jedoch inzwischen eine Verlängerung festgelegt worden.

Die Ausstellung „Meiningen vor der Wende und heute“ informiert mit vielen Fotos und erläuternden Texten zur Stadtarchitektur in Meiningen vor und nach 1989. Ab diesem Jahr1989 gab es grundlegende Veränderungen in der Politik und Gesellschaft in Thüringen und anderen Bundesländern, die früher zur DDR, der Deutschen Demokratischen Republik, gehörten. Diese Veränderungen spiegelten sich sehr stark im Alltag der Menschen. Äußerliche Merkmale für Veränderungen sind oft das Aussehen, der Erhaltungszustand und die Nutzung von Gebäuden. Dazu zeigt die Ausstellung viele spannende Beispiele. Drei Bilder, die wir hier zeigen, sind in dieser Ausstellung zu sehen. 

Bild 1, Fotograf Hartmut Pfannschmidt, Meiningen, im Jahr 1958
Bild 2, Fotografin Carola Abel, Meiningen, im Jahr 1979
Bild 3, Fotografin Carola Abel, Meiningen, in den 1980er Jahren

 

 

Fragen zu 9 – Sonderausstellungen

Wie heißen die Straßen der Meininger Altstadt, die auf den Bildern 1 und 3 zu sehen sind? Welches Gebäude ist auf Bild 2 zu sehen?
(Eine weitere Frage folgt nach dem nächsten Bild.)

Die Ausstellung bleibt weiterhin stehen, sie kann bis 6. September besichtigt werden, wenn die mittlere Etage im Museum im Schloss Elisabethebung geöffnet ist.

Die andere Ausstellung heißt: „20 Jahre Wagnis Wagner“. Sie wirft einen Blick auf eine spektakuläre Opernaufführung am Theater in Meiningen, deren Inszenierung, also die Vorbereitung für die öffentliche Aufführung, vor zwanzig Jahren begann und mehrere Jahre bis zur eigentlichen Aufführung dauerte. Als Wagnis wird in diesem Fall ein Vorhaben bezeichnet, für das besonders viel Mut, Kraft und Ausdauer benötigt wird. In diesem Falle war es eine große Opernaufführung, die eigentlich aus insgesamt vier Opern bestand, die dann an mehreren Tagen hintereinander gespielt wurden. Das war für alle Beteiligten, also die Sänger, die Musiker, die Organisatoren, die Verantwortlichen für Kostüme und Bühnenbild usw. sehr anstrengend, aber auch sehr spannend und lehrreich.

Diese vier Opern hießen „Das Rheingold“, „Die Walküre“, „Siegfried“ und „Götterdämmerung“, zusammengefasst unter dem Titel „Der Ring des Nibelungen“. In einer Oper wird die Handlung gesungen, begleitet von einem Orchester. Geschrieben hat diese Opern vor zirka 150 Jahren der berühmte Komponist Richard Wagner – daher „Wagnis Wagner“. Die Nibelungen waren ein deutscher Volksstamm, der vor über 1.500 Jahren lebte. Erzählt wird in den Opern eine ziemlich lange und komplizierte Heldengeschichte um Siegfried, den Drachentöter, und einen unglaublichen Goldschatz. Ein Gedicht, welches die Geschichte ähnlich erzählt, „Das Nibelungenlied“, wird in der Schule in der 7. Klasse behandelt.

Von den Opernaufführungen in Meiningen vor zirka 20 Jahren sind Teile der Bühnendekorationen und Kostüme sowie Fotos in der Sammlung des Theatermuseums Meiningen. Die Ausstellung dazu ist bis 25. Oktober im Museum im Schloss Elisabethenburg verlängert worden (Öffnung der oberen Etage vorausgesetzt). Gleich am Eingang zum Museum stehen diese beiden Riesen, die auf dem Bild unten zu sehen sind. Sie gehören zu dieser Ausstellung.

Bild: Die Riesen Fafner und Fasold bewachen in Wagners gleichnamiger Oper das Rheingold. Foto: Meininger Museen, Axel Wirth

 

 

Das Meininger Staatstheater zeigt häufig Stücke für Kinder und Jugendliche. Welche habt ihr mit der Schulklasse oder der Familie schon besucht?

 

Damit ist die Museumsrallye der Meininger Museen 2020 vollständig. 

 

 

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Natürlich kann der Fragenbogen auch zugeschickt werden. Dazu brauchen wir die Adresse. Die Museen sind über die oben genannten Kontakte erreichbar. Wir hoffen, die Informationen zu den Museumsexponaten waren interessant und unterhaltsam. Seit 1. Mai sind die Museen ihre Ausstellungen wieder teilweise für Besucher geöffnet. Sicher sehen wir uns dort mal!


Herzliche Grüße und beste Wünsche für Gesundheit!  

 

Die Mitarbeiter der Meininger Museen

 

 

 

 

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