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8. Oktober, Donnerstag, bis 10. Oktober 2021, Sonntag

Zeitenwende: Der Freistaat Sachsen-Meiningen – Personen und Ereignisse im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts

Schloss Elisabethenburg, Mittlere Galerie

Mit dem Tod seines Vaters Georg II. von Sachsen-Meiningen im Sommer 1914 gelangte endlich der als der „ewige Erbprinz“ bekannte Bernhard III. von Sachsen-Meiningen an die Regentschaft. Dieser letzte Herzog vermochte es aber nicht, sich als Landesherr nachhaltig zu etablieren. Mit der Abdankung Bernhards III. am 10. November 1918 ging eine jahrhundertealte Ordnung zu Ende. Das Herzogtum Sachsen-Meiningen hörte wie alle anderen deutschen Fürstenstaaten auf zu existieren. Im Gegensatz zu manch anderem Staat blieb es jedoch in Sachsen-Meiningen ruhig. Dem herzoglichen Landtag und seinem Präsidenten, Eduard Fritze, gelang es, die Phase eines gefährlichen Interregnums kurz zu halten, indem die Landtagsabgeordneten bereits zwei Tage nach der Abdankung zusammenkamen und in der bis Jahresende 1918 währenden Sitzungsperiode die Grundlagen der Demokratie im einstigen Herzogtum Sachsen-Meiningen legten. Die Übergangsregierung unter dem Vorsitz von Ludwig Freiherr von Türcke, welche ebenfalls bereits am 12. November 1918 bestellt worden war, wurde auch nach den Wahlen von 1919 beibehalten.

Der im März 1919 demokratisch gewählte Sachsen-Meininger Landtag ging ab 1920 als Gebietsvertretung im neu gegründeten Land Thüringen auf und stellte nach einer Übergangszeit im Jahr 1923 seine Arbeit ein. Auch wenn sich der hiesige Landtag als ruhender Pol in einer stürmischen Zeit gerierte, verlief mitnichten alles in seinen gewohnten Bahnen. Deshalb sollen in dieser Ausstellung, im Gegensatz zu der 2018 vorangegangenen Exposition, neben den Geschehnissen in den Jahren 1914 und 1918 auch die wichtigsten Ereignisse bis in das Jahr 1923 hinein vorgestellt werden. Außerdem ist es an der Zeit, zum 100. Geburtstag des Landes Thüringen (am 1. Mai) an einige der Geburtshelfer und heute völlig vergessene Mitglieder des Sachsen-Meininger Landtages, sei es aus der SPD, USPD, DDP oder dem Meininger Bauernverein, zu erinnern.

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