Ein älteres Besucherpaar betrachtet ein Gemälde in einem historischen Raum des Schlosses Elisabethenburg; der Mann zeigt auf das Bild.
Marmorsaal im Schloss Elisabethenburg mit seinen barocken Stuckdecken und Marmorsäulen.

Schloss Elisabethenburg

Barocke Residenz und
kulturelles Herz Meiningens.

WILLKOMMEN IM
SCHLOSS ELISABETHENBURG

Schloss Elisabethenburg wurde zwischen 1682 und 1692 als barockes Residenzschloss des Herzogtums Sachsen-Meiningen erbaut. Es diente bedeutenden Persönlichkeiten wie dem Sammler Anton Ulrich, der Regentin Charlotte Amalie und Adelheid, der späteren Königin von England, als Wohnsitz. Im Laufe der Zeit waren hier Gäste wie Friedrich Schiller, Königin Victoria von Großbritannien und Johannes Brahms zu Besuch. Durch Veränderungen über die Jahrhunderte vereint das Schloss heute Stile des Barock, Klassizismus und Historismus.

Zu sehen sind die historischen Wohnräume der herzoglichen Familie, insbesondere die im historistischen Stil gestalteten Räume des „Theaterherzogs“ Georg II. Ergänzt wird die Ausstellung durch Möbel, Porzellan, Gemälde sowie Kunstwerke von der Frühen Renaissance bis ins 19. Jahrhundert. Auch Musikinstrumente und Exponate bedeutender Musiker sind Teil der Präsentation. Abgerundet wird die Austellung durch die Sonderschau "Herzog Georg II. von Sachsen-Meiningen: Ein fürstlicher Gestalter".

Geschichte

Von 1682 bis 1692 unter Bernhard I. erbaut, diente Schloss Elisabethenburg als Residenz des Herzogtums Sachsen-Meiningen. Das ursprünglich barocke Wasserschloss wuchs über Jahrhunderte zu einem Ensemble aus Barock, Klassizismus und Historismus heran.
Neben Persönlichkeiten wie Königin Adelaide oder dem „Theaterherzog“ Georg II. beherbergte es Gäste wie Königin Victoria, Schiller und Brahms. Nach dem Ende der Monarchie 1918 und dem Übergang in Staatsbesitz nach 1945 gehört es heute der Stadt. Als Sitz der Meininger Museen ist das Schloss heute ein bedeutendes Kulturdenkmal, das unter der Schirmherrschaft der Kulturstiftung Meiningen-Eisenach die Brücke zwischen herzoglicher Pracht und moderner Museumsarbeit schlägt.
 

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Kunst

Die Kunstsammlungen der heutigen Meininger Museen sind im Wesentlichen aus drei verschiedenen Sammlungskontexten hervorgegangen:

Herzoglichen Sammlungen
Kunst und Kunsthandwerk, das von den Meininger Herzogen seit 1680 erworben wurde. Besonders prägend waren als Sammler dabei Anton Ulrich (1677-1763) und Georg II. (1826-1914)

Hennebergisch-Altertumsforschenden Vereins
Beständen aus der eher regional verorteten Kunst fokussierten Hennebergisch-Altertumsforschenden Vereins. Die treibende Kraft war hier der in Meiningen aktive Märchensammler und Archivar Ludwig Bechstein.

Sammlung der Zeit der Deutschen Demokratischen Republik
Eine breite Sammlung von Kunst, die während der Zeit der Deutschen Demokratischen Republik, also 1949-1990, entstanden ist und bei aller Heterogenität als kulturhistorische Einheit betrachtet werden kann.

Die Sammlungen haben eine überaus wechselhafte Vergangenheit erlebt. Persönliche Vorlieben der herzoglichen Familie wechseln ebenso schnell wie die wirtschaftlichen Zwänge in einem Herzogtum, das stets mehr darstellen möchte als mitunter wirtschaftlich vernünftig ist. Verkäufe und Neuerwerbungen gehen dabei Hand in Hand. Und sein großes Ziel einer Meininger Malerschule muss Herzog Georg II. schließlich ebenso aufgeben wie später den Bau einer Brahms-Konzerthalle mit angeschlossenem Konservatorium.

Totalverluste sind aus der Zeit der Besatzungsmächte 1945/46 zu beklagen. Die herzogliche Privatbibliothek ist bis heute verschollen. Dann kommt es zu rechtswidrigen Enteignungen und Jahrzehnte später zur Restitution an die Nachfahren des herzoglichen Hauses: die sog. „Gütliche Einigung“ von 2004 und der damit verbundene Verlust von ganzen Sammlungsbereichen ist bis heute schmerzlich spürbar. Dennoch verfügen die Meininger Museen immer noch über eine der umfangreichsten und qualitätsvollsten Kunstsammlungen in Mitteldeutschland.

Musik

Mit der Gründung des Herzogtums Sachsen-Meiningen im Jahr 1680 begann auch die Musikgeschichte Meiningens. Die Hofkapelle war Teil der Repräsentation, wurde aber auch für die Kirchenmusik eingesetzt. Außerhalb des Herzogtums erlangte die Hofkapelle Ansehen und Anerkennung vor allem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Umfangreiche Tourneen verbreiteten den Ruhm der Kulturstadt Meiningen ebenso, wie es zuvor dem Meininger Schauspiel mit seinen legendären Gastspielen gelungen war.

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Sammlungen

Die Meininger Museen vereinen heute zuvor verstreute Musiksammlungen unterschiedlicher Provenienz. Dazu zählen die wertvollen Aufführungsmaterialien der Meininger Hofkapelle ab ca. 1830 und die Archivalien des Henneberger Sängerbundes. Vom Hennebergisch-Altertumsforschenden Verein gelangten bedeutende Musikinstrumente in die Sammlung, wo sie in der Dauerausstellung heute auch klanglich zu erleben sind. 

Für die Musikgeschichte und Forschung hochbedeutend ist die von Herzog Anton Ulrich (1677-1763) zusammengestellte Sammlung von barocker Vokalmusik Wiener Provenienz um 1730. Die Kollektion umfasst gewissermaßen die Erfolgsstücke der damaligen Habsburger Hofmusik aus den Bereichen Oper, Oratorium, Kantate und Serenade. Enthalten sind u. a. Kompositionen von Antonio Caldara, Johann Joseph Fux und Francesco Conti, darunter rund 90 Unikate. 

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges gelang es, das 1920 von Elsa Reger in Jena gegründete und inzwischen in Weimar beheimatete Max-Reger-Archiv nach Meiningen zu holen. Neben 26 nachweisbaren Notenautographen von Regers Hand enthält es zahlreiche Erstdrucke mit handschriftlichen Eintragungen Regers sowie über 50 Dirigierpartituren aus seiner Meininger Amtszeit als Kapellmeister (1911-1914). Bemerkenswert sind darüber hinaus die Korrespondenz mit prominenten Zeitgenossen und persönliche Dokumente wie Urkunden, Postausgangsbücher oder die von Elsa Reger geführten Konzertkalender. Eindrucksvoll sind das historische Mobiliar aus Regers Arbeits- und Wohnzimmer und seine Hausorgel.

Weitere Preziosen der Meininger Musiksammlungen sind der Nachlass von Regers Vorgänger Wilhelm Berger, der auch als Komponist reüssierte, sowie Dokumente und handschriftliche Briefe u.a. von Richard Wagner, Johannes Brahms, Hans von Bülow und dem „Brahms-Klarinettisten“ Richard Mühlfeld.

Persönlichkeiten