Stadtmuseum im Baumbachhaus
Meiningens
Stadtgeschichte
neu erzählt.
Meiningens
Stadtgeschichte
neu erzählt.
Meiningen blickt auf eine lange Geschichte zurück, die von der ersten Erwähnung im Jahr 982 bis zur Glanzzeit als Residenzstadt ab 1680 reicht. Unter Herzog Georg II. erlangte die Stadt durch ihr Theater europaweit Ruhm, überstand jedoch auch schwere Zeiten wie den Stadtbrand von 1874 und die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs. Nach der DDR-Ära als Zentrum für Mikroelektronik und der Friedlichen Revolution 1989 präsentiert sich Meiningen heute als lebendige Kulturstadt, die ihre Traditionen modern bewahrt.
Teil der dieser Stadtgeschichte ist das Baumbachhaus. Das Fachwerkhaus aus dem 18. Jahrhundert wurde durch den Dichter Rudolf Baumbach bekannt und 1937 zum Literaturmuseum. Nach Jahren des Verfalls und einer umfassenden Sanierung in den 1980er Jahren wird es ab 2026 umfassend modernisiert. Zukünftig schlägt es als Stadtmuseum die Brücke zwischen der literarischen Vergangenheit und der gesamten Meininger Geschichte.
Das Baumbachhaus in der Burggasse 22 ist ein lebendiges Zeugnis der Meininger Stadtgeschichte. Erstmals 1738 im Stadtarchiv erwähnt, diente das Gebäude im 18. Jahrhundert vermutlich als Fleischerei. Im Jahr 1816 erwarb der Geheimrat Johannes Hennig das Anwesen. Damit begann die Ära der Familie Baumbach: Hier lebte unter anderem der herzogliche Leibarzt Karl Baumbach sowie sein Sohn, der berühmte Dichter Rudolf Baumbach, der als Verfasser von „Hoch auf dem gelben Wagen“ bis heute bekannt ist.
Nachdem 1920 das letzte Familienmitglied verstorben war, übernahm die Stadt das Haus und stelle es der Rudolf-Baumbach-Gemeinde zur Verfügung. 1937 wurde es als „Heimatmuseum Baumbachhaus“ mit Objekten des Hennebergisch Fränkischen Geschichtsvereins eröffnet. Die Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg setzten der Bausubstanz jedoch stark zu. Trotz der Nutzung als Wohnhaus und Museum verfiel das Gebäude zusehends, bis es 1980 wegen Baufälligkeit umfassend saniert werden musste.
Zur 1.000-Jahr-Feier Meiningens im Jahr 1982 erstrahlte das Haus als spezialisiertes Literaturmuseum in neuem Glanz. Nach weiteren Dach- und Fassadenarbeiten im Jahr 2003 folgt 2026 die bisher größte Modernisierung. Es entsteht ein modernes Stadtmuseum. Ein neuer Rundgang rückt die gesamte Stadtgeschichte in den Mittelpunkt, ohne dabei sein wertvolles literarisches Erbe zu vergessen.
Die Geschichte Meiningens reicht weit zurück: Erste Spuren führen bis in die Jungsteinzeit. Urkundlich wurde der Ort erstmals 982 erwähnt. Nach Jahrhunderten unter Herrschaft des Bistumes bzw. Hochstift Würzburgs und, der Grafen von Henneberg brachte die Reformation den evangelischen Glauben in die Stadt. Ein entscheidender Wendepunkt folgte 1680: Meiningen wurde Residenzstadt des Herzogtums Sachsen-Meiningen. Mit dem Bau von Schloss Elisabethenburg und der Hofkapelle blühte die Kultur auf – berühmte Gäste wie Friedrich Schiller besuchten die Stadt, und seine Schwester Christophine heiratete nach Meiningen.
Das 19. Jahrhundert war geprägt von Umbrüchen: 1806 trat das Herzogtum unter Napoleon dem Rheinbund bei, bevor es 1871 Teil des Deutschen Kaiserreiches wurde. Meiningen wurde ein Verwaltungs- und Handelszentrum durch Banken und Militär. Weltruhm erlangte Meiningen jedoch durch das Theater unter „Theaterherzog“ Georg II. Trotz glanzvoller Gastspiele gab es auch Rückschläge, wie den verheerenden Stadtbrand 1874 oder die schweren Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg mit 208 Todesopfern.
In der DDR-Zeit wuchs Meiningen zum Zentrum für Mikroelektronik heran, wobei neue Stadtteile wie das Plattenbaugebiet „Jerusalem“ entstanden. 1989 wurde die Stadt zu einem wichtigen Zentrum der Friedlichen Revolution in Südthüringen. Heute präsentiert sich Meiningen als lebendige Kreisstadt, deren Bedeutung 2023 durch den Besuch des Bundespräsidenten erneut unterstrichen wurde.