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bis 21. April 2024, Sonntag

Die Banalität des Verschwindens – Menschen und Synagogen in Thüringen

Sonderausstellung zur Geschichte der Synagogen und des jüdischen Lebens in Thüringen
Schloss Elisabethenburg, Mittlere Galerie

Sichtbar machen, was aus dem Blick geraten ist und Jahr für Jahr unsichtbarer wird - das ist das Ziel dieser Ausstellung. Denn die Zerstörung der Synagogen am 9. November 1938 erweist sich als dauerhafte und bis heute fortschreitende Auslöschung der Orte der Erinnerung jüdischen Lebens in Deutschland.

Die Fotografien von Dr. Jan Kobel, Arnstadt, zeigen die Orte der 32 ehemaligen Synagogen in Thüringen und unseren Umgang mit ihnen. Die Erläuterungen und Texte wurden von Judith Rüber, Arnstadt, verfasst. In einem zweiten Teil wirft Dr. Iris Helbing,  Meiningen, einen besonderen Blick auf Menschen und ihr Verschwinden.
 

 

Begleitveranstaltungen

21. März 2024, „Aus dem Innenleben der jüdischen Gemeinde Meiningens“
Vortrag mit Christoph Gann, Meiningen
18 Uhr, Schloss Elisabethenburg, Vortragsraum Untere Galerie; Eintritt frei

 

Hintergrund

Erst zum 50. Jahrestag des Pogroms 1988 wurden für die meisten geschändeten Synagogen auf dem Gebiet der DDR Gedenksteine aufgestellt. Häufig auf Initiative, mit Unterstützung und nach Recherchen der evangelischen Pfarrer, deren Amtsvorgänger die Teilnahme an den feierlichen Einweihungen dieser Synagogen im 19. und frühen 20. Jahrhundert nicht selten verweigert hatten. Allem Bewusstsein um die Notwendigkeit einer aktiven Gedenkkultur zum Trotz, werden die Grundstücke und baulichen Reste des durch die Nationalsozialisten vernichteten jüdischen Lebens bis heute oft behandelt, als seien sie normaler Baugrund. Die Bedeutung authentischer Orte und des Respekts vor ihrer Unberührbarkeit wird von den Eigentümern, Verwaltungen und Akteuren häufig nicht erkannt. Diese authentischen Orte sind aber Voraussetzung für ein sich in das allgemeine öffentliche Bewusstsein der Deutschen eingrabendes Gedenken.  

 

 

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