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15. Juni bis 3. Oktober 2021

Allgäu – Meiningen – München
Einblicke in Leben und Werk des Malers und Zeichners Andreas Müller (1831–1901)

Schloss Elisabethenburg, Obere Galerie

Die Meininger Museen zeigten im Rahmen einer Sonderausstellung Werke aus allen Schaffensbereichen des Münchener Malers, Zeichners und Akademieprofessors Andreas Müller (1831-1901). Der aus dem Allgäu stammende Künstler hatte an der Akademie der bildenden Künste München bei Moritz von Schwind und Wilhelm von Kaulbach studiert und war von Letzterem an Erbprinz Georg von Sachsen-Meiningen (1826-1914, seit 1866 als Georg II. regierend) empfohlen worden, der dem großen Talent sogleich mehrere sehr ambitionierte Aufträge übertrug. Nach seiner etwa fünf Jahre währenden Tätigkeit am Meininger Hof kehrte Andreas Müller um 1860 nach München zurück und erhielt dort eine Reihe königlicher Aufträge – drei Fresken für das (Alte) Bayerische Nationalmuseum in München und zwei großformatige Gemälde für das Maximilianeum ebenda –, arbeitete als Illustrator für verschiedene Verlage und führte in den 1870er Jahren weitere bedeutende Fresko-Aufträge in der Heidelberger Jesuitenkirche und in der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Weißenhorn (bei Ulm) aus.


Von König Ludwig II. von Bayern im Jahr 1875 als Professor für kirchliche Kunst an die Münchener Kunstakademie berufen, kehrte Andreas Müller nach zwei Jahrzehnten als Lehrer an die eigene Studienstätte zurück. In diesem Amt wirkte der Künstler bis 1893 und war in jenen Jahren daneben insbesondere als Entwerfer zahlreicher Kartons für Glasgemälde tätig, auch entstanden für mehrere Kirchen seiner Allgäuer Heimat Altarbilder mit Heiligenfiguren. Ungeachtet der räumlichen Trennung blieben Erbprinz Georg resp. Herzog Georg II. von Sachsen-Meiningen und der – stilistisch als Spätnazarener zu bezeichnende – Künstler Andreas Müller sowohl auftragsseitig als auch freundschaftlich weiter eng miteinander verbunden. Das Spektrum seiner diesbezüglichen Arbeiten reicht vom großformatigen, sakral anmutenden Gedächtnisbild zum Tod der ersten Gemahlin des Erbprinzen über Kostümentwürfe für Aufführungen des Meininger Hoftheaters bis zu einem Glasgemälde-Karton für die Sonneberger Stadtkirche, sämtlich Werke, die im Original in der Sonderausstellung zu betrachten sind.


Mit königlichen und herzoglichen Orden und Auszeichnungen mehrfach gewürdigt, von der Kollegen- und Schülerschaft wie gleichfalls auftraggeberseitig hochgeschätzt starb der früh verwitwete Künstler 70-jährig im Jahr 1901 in München. Er hinterließ ein umfangreiches, weit verstreutes und sehr facettenreiches Gesamtwerk, das in den seitdem vergangenen zwölf Jahrzehnten durch Kriegsverluste und gewandelte Kunstauffassungen erheblich dezimiert wurde, dennoch in der Gesamtschau seine Strahlkraft bewahren konnte, aber heute weitestgehend unbekannt ist.


Diese Sonderausstellung der Meininger Museen war die überhaupt erste Andreas Müller gewidmete Ausstellung. Dank der eigenen Bestände und insbesondere zahlreicher privater und öffentlicher resp. institutioneller Leihgeber war es möglich, die Komplexität und hohe Qualität des Schaffens dieses Münchener Künstlers anhand exemplarischer Arbeiten vor Augen zu führen. Zugleich markierte diese Werkschau ein erstes Resümee der kunsthistorischen Beschäftigung mit Andreas Müller, deren weiteres Ziel es sein wird, dieser Künstlerpersönlichkeit dauerhaft die ihr gebührende Wertschätzung zu verleihen.

 

Ein virtueller Blick in die Ausstellung -->

Faltblatt zur Ausstellung:

 

 

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